Unsere Magnetlabore bieten eine einzigartige Infrastruktur an zwei Standorten, die ein vollautomatisches, supraleitendes 2G-Magnetometersystem in München mit einem ferngesteuerten, magnetisch abgeschirmten Labor in einem Bauernhaus für hochempfindliche Untersuchungen kombiniert. Von hochauflösenden biomagnetischen Untersuchungen magnetotaktischer Bakterien bis hin zu groß angelegten paläomagnetischen Untersuchungen und der Charakterisierung von Gesteinen bei hohen Temperaturen bieten unsere Einrichtungen die Präzision und den Durchsatz, die erforderlich sind, um die magnetische Geschichte der Erde und die Beschaffenheit ihrer Remanenzträger zu entschlüsseln.
Automatisiertes paläomagnetisches Labor
- Räume
- C 027
- Ansprechpartner
- Michael Wack, Stuart Gilder
- Zugang
- training necessary before measurements
Unsere Einrichtung in der Münchner Innenstadt verfügt über einen 90 m3 großen magnetisch abgeschirmten Raum (~500 nT in 1 m Höhe über dem größten Teil der Fläche), in dem ein vollautomatisches System untergebracht ist, das auf einem dreiachsigen supraleitenden Magnetometer von 2G Enterprises, Inc. und einer speziell angefertigten Spule basiert, die für Experimente an zylindrischen Proben entwickelt wurde, wie sie bei typischen paläomagnetischen Untersuchungen verwendet werden. Das System, das aufgrund seiner Ähnlichkeit liebevoll „SushiBar” genannt wird, ermöglicht die schrittweise Entmagnetisierung von bis zu 99 Proben pro geladener Spur in einem Wechselfeld. Außerdem können Forscher damit magnetische Eigenschaften mithilfe einer anhysteretischen Remanenzmagnetisierung (ARM) in jedem Koerzitivfeldbereich bis zu einer Spitzenwechselspannung von 95 mT mit Gleichstrom-Vorspannungsfeldern bis zu 0,17 mT untersuchen. Dazu gehören Untersuchungen der magnetischen Viskosität und der magnetischen Anisotropie. Ein Jahr nach Aufnahme des Routinebetriebs im März 2011 hat das System mehr als 100.000 automatische Probenmanipulationen und Messungen mit dem Magnetometer durchgeführt und damit mehr als 1000 Arbeitsstunden eingespart. Der abgeschirmte Raum beherbergt auch ein AGICO JR-4-Spinner-Magnetometer und einen ASCScientific-Ofen für thermische Entmagnetisierungs- und Paläointensitätsexperimente.
Gesteinsmagnetisches Labor
- Raum
- C 027, C U102
- Ansprechpartner
- Florian Lhuillier, Stuart Gilder
Das Labor in München verfügt über eine variable Feldübersetzungswaage von LP-RESEARCH (ehemals Petersen Instruments), mit der Feldmessungen des magnetischen Moments von Raumtemperatur bis 700 °C durchgeführt werden können. Außerdem verfügen wir über ein altes Vibrationsmagnetometer von Princeton Measurements Corp., ein Drehmomentmagnetometer (selbstgebaut) und einen relativ großen Elektromagneten mit variablem Spalt zwischen den Polstücken. Unsere Gruppe verfügt über eine Reihe von Geräten zur Gesteinsaufbereitung (Sägen, Bohrer usw.), Kalibrierungsinstrumenten (Fluxgate-Magnetometer, Hall-Sonden usw.) und Feldgeräten (Bohrer, Ausrichtungsvorrichtungen usw.).
Darüber hinaus helfen ein selbstgebautes Konfokalmikroskop sowie ein leistungsstarkes Zeiss-Mikroskop zur Beobachtung dünner Schnitte mit oder ohne Ferrofluid bei der Abbildung der Remanenz-Träger.
Biomagnetisches Labor
- Raum
- C 426
- Ansprechpartner
- Stuart Gilder
Zwei unserer Labore widmen sich der biomagnetischen Forschung. Eines davon verfügt über eine Handschuhbox, in der magnetotaktische Bakterien unter kontrollierten atmosphärischen Bedingungen und Magnetfeldern gezüchtet werden können, ein Magnetodrom von Petersen Instruments, mit dem magnetotaktische Bakterien unter zeitlich variierenden Magnetfeldern beobachtet und aufgezeichnet werden können, sowie mehrere Geräte zur Messung der Wasserchemie und zur Manipulation von biologischem Material.
Paläomagnetisches Labor Niederlippach
- Adresse
- Unterlippach 3, 84095 Furth
- Räume
- NL 1, NL 3
- Ansprechpartner
- Michael Eitel
- Zugang
- training necessary before measurements
facility offers measurements for payment
facility can be rented to make measurements
Das paläomagnetische Labor befindet sich in Niederlippach (heute Unterlippach) in der Nähe von Landshut, etwa 70 km nordöstlich von München. Die Abgeschiedenheit des Standorts wird durch ideale Arbeitsbedingungen mit wenigen Ablenkungen ausgeglichen.
Anthropogene Störungen des Umgebungsmagnetfelds sind minimal. Hier befinden sich mehrere magnetische Messgeräte, darunter eine Variable Field Translation Balance (VFTB). Durch die Renovierung eines verfallenen Bauernhauses im Jahr 1995 wurde zusätzlicher Platz für einen magnetisch abgeschirmten Raum geschaffen, in dem unser 2G-kryogenes, kryogenfreies Pulsrohrmagnetometer sowie ASC- und Schonstedt-Öfen untergebracht sind.